DEFINITION


Als sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz gilt jedes Verhalten sexueller Natur oder ein anderes Verhalten aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit, das die Würde von Frauen und Männern am Arbeitsplatz beeinträchtigt. (Art. 4, Gleichstellungsgesetz). Dies gilt auch für Belästigungen unter Personen des gleichen Geschlechts.

Das Empfinden der belästigten Person ist ausschlaggebend, nicht die Absicht der belästigenden Person. Bei sexueller Belästigung werden die persönlichen Grenzen und die Integrität der betroffenen Person missachtet.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz hat nichts mit einem Flirt zu tun. Zu einem Flirt sagen beide Seiten ja, die Situation ist für beide angenehm. Sexuelle Belästigung ist hingegen immer von einer Seite her unterwünscht. Es handelt sich hierbei um einen Übergriff – und oft um Machtmissbrauch.

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WAS GILT ALS SEXUELLE BELÄSTIGUNG AM ARBEITSPLATZ?


 

Sexistische Bemerkungen oder Witze über Aussehen, Kleidung, sexuelle Orientierung, Verhalten etc.

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Beispiele

Körperliche Übergriffe, Vergewaltigung.

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Beispiele

Versprechen von Vorteilen, falls Personen in sexuelle Handlungen einwilligen. Drohung mit Nachteilen, falls die Betroffenen nicht in sexuelle Handlungen einwilligen (Nötigung).

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Beispiele

Telefonanrufe, E-Mails, Briefe, SMS etc. mit sexistischen oder anzüglichen Inhalten.

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Beispiele

Das Vorzeigen, Aufhängen, Versenden von sexistischen oder pornografischen Fotos, Zeichnungen, Bildern etc.

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Beispiele

Unerwünschte Berührungen, Körperkontakt, den Sie nicht möchten.

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Beispiele

Wiederholte unerwünschte Einladungen.

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Beispiele

Zweideutige Anspielungen, Komplimente und Gesten, aufdringliche Blicke, die Sie als unangenehm empfinden.

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Beispiele

Diese Auflistung ist nicht abschliessend.

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Beispiele

WAS SAGT DAS GESETZ?


Verschiedene arbeitsrechtliche Bestimmungen schützen Arbeitnehmende umfassend vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Dazu gehören das Gleichstellungsgesetz, das Arbeitsgesetz, das Obligationenrecht, zahlreiche Gesamtarbeitsverträge oder Personalrechtsbestimmungen in Unternehmen. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kann auch strafrechtlich relevant sein.

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WER WIRD BELÄSTIGT?


Fast jede dritte Frau und jeder zehnte Mann haben sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt. Treffen kann es alle: Frauen und Männer jeder Nationalität, Junge und Ältere in allen Branchen, Vorgesetzte, Mitarbeitende und Lernende.
Häufig richtet sich sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz jedoch gegen schwächer Positionierte oder Minderheiten, z.B. neue Mitarbeitende im Betrieb, Teilzeitbeschäftigte, Aushilfen, Lernende, Homosexuelle, Transmenschen.

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